Christian P.
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den willy-brunnen finden sie an der waldstraße von crottendorf,
in das große mittweidatal, gegenüber den katzensteiner-wiesen.
neben den willy-brunnen, steht eine kleine Schutzhütte, aus massiven
fichtenholzstämmen (so eine einfache, massive waldhütte aus runden
stämmen, unterschiedlichen durchmessers zu bauen, erfordert schon
ein sehr viel an handwerklichen geschick, das anreissen erfolgt mit
parallelzirkel mit Wasserwaage, so einfach und schlicht dieses
Häuschen aussieht, ist es vom handwerklichen Anspruch her, auf keinen
fall mit den hölzernen gartenhäuschen zu vergleichen, die sie von
der Stange in jedem Baumarkt erwerben können).
ein kleiner verbandskasten, unterhalb des rechten dachvorsprunges,
ist bei kleineren Blessuren von Wanderern und Bikern durchaus nützlich.
leider ist der Inhalt zeitlich schon abgelaufen, deshalb werde ich dieses
jahr im frühjahr einmal für ersatz sorgen.
das wasser des willy-brunnen ist von allerhöchster Qualität, frisch
und klar, kühl, eine labsal für jeden durstigen.
die katzensteiner-wiese, ist eine Waldwiese, mit äußerst
artenreicher flora, wie man sie auch im Erzgebirge nur selten findet.
manches jahr im Spätherbst, gleichen die wiesen einen frisch umge-
pflügten acker, wenn des nächtens, die Schwarzkittel (schwarzwild)
ihr unwesen treiben. in der nähe der katzensteiner-wiesen, gibt es
herrliche pfifferlingsplätze.
laufen sie in südlicher Richtung weiter, zweigt unmittelbar nach der
wiese, links die kalkbergstraße nach crottendorf oder neudorf ab.
weiter der mittweidatalstraße in südlicher Richtung, beginnt rechts,
den bewaldeten Hügeln bergan, ein großzügiges Naturschutzgebiet,
mit majestätischen Weißbuchen, das sich bis zur "bachelhitt", an der
straße von Oberwiesenthal nach raschau, ausdehnt.
oberhalb der katzensteinerwiesen, in südlicher Richtung, wurde
um 1400, das sogenannte erbendorf gegründet, zerstört, während
der hussitischen kriege, um 1430 ca.. ein geplanter wideraufbau
wurde gegen ende des 18 jhdt. verworfen. noch heute erkennt
man mauerreste und Grabungen, an der großen mittweida.
am südlichen oberhang, in der nähe des taufichtig, beginnt das
europäische Vogelschutzgebiet, reservat für Schwarzspecht,
Hohltaube und verschiedene eulenarten.
wenn ich von meinem Wohnort (unterhalb von halbmeil, am
rande des tschechischen waldes) meine Eltern in ihrem haus in
neudorf besuche, ist eine kurze rast mit Stärkung bei den katzen-
steinerwiesen obligatorisch.
meist laufe ich dann von neudorf, des nächtens, quer durch den wald
zurück (ein schöner Spaziergang, hin und zurück von ungefähr 45 km).
letztes jahr im August, nachts um ca. 2.00 bei meinem Rückweg, lag einige Meter neben dem rittersgrüner flößbahnweg ein großer schlafender,
adulter wolfsrüde auf dem waldboden, der sich auch im schein meiner
stirnlampe nicht rührte, ein männchen auf den durchzug,
(bei abertamy hat sich ein 10 köpfiges wolfsrudel in denwwäldern angesiedelt).
im Gespräch, mit der Bürgermeisterin von vejperty, eine liebe und
treue Freundin meines vaters, die öfters bei meinen Eltern weilt, wurde mir auch von ihrer seite bestätigt,
daß der wolf zwischen christoforvy hamry (christoph hammer)
und visluny (sonnenberg), wieder beheimatet ist.
Ebenfalls bei Gesprächen mit befreundeten Jägern, wurde mir die
Anwesenheit des wolfes in diesem teil des Erzgebirges bestätigt.
es ist zwar unwahrscheinlich, daß sie nachts als einsamer Wanderer,
von einem wolf angegriffen werden, solange "Isegrim" den "Wanst" voll
hat, wird er menschen meiden, aber sie sollten trotzdem nachts die
wälder nach Möglichkeit allein nicht betreten.
glück auf, allezeit.
c.p.